Goodbye Münster

Münster – die lebenswerteste Stadt der Welt! Der Livcom-Award ist ziemlich genau zehn Jahre alt, aber die Münsteranerinnen und Münsteraner werden nicht müde, die Lebensqualität in ihrer eigenen Stadt zu loben. Dem ist hinzuzufügen: Nicht zu unrecht!

Ich wurde in Münster geboren, bin im Münsterland aufgewachsen, habe in Münster studiert, gearbeitet, geheiratet und zehn Jahre gelebt – und kehre der westfälischen Metropole jetzt den Rücken mit dem Ziel Berlin. Das funktioniert nicht ohne etwas Melancholie und Nostalgie.

Deswegen möchte ich mich hier an die schönsten Zeiten in Münster erinnern und eine Liste meiner persönlichen Lieblingsdinge und -orte zusammenstellen. Höchst subjektiv natürlich: Deswegen laden ich auch Alle und Jede/n ein, in den Kommentaren zu diskutieren und meine Liste ins Unendliche zu ergänzen!

Ein Foto des Promenadenflohmarkts.
Der Nachtflohmarkt auf der großen Wiese

Nummer eins wird mir vermutlich in Berlin am meisten fehlen: Der Promenaden-Flohmarkt! Trotz der neuen Regulationen ist die Atmosphäre vor allem bei den Nachtflohmärkten unvergleichlich: Endlos mit der Taschenlampe stöbern, sich über die verstopfte Promenade schieben – und natürlich auch selbst verkaufen! Zweimal haben wir die Nacht durchgemacht und die Sonne aufgehen sehen auf der großen Wiese. In Berlin mag es hunderte Flohmärkte geben, der Promenadenflohmarkt ist und bleibt mein Liebling!

www.flohmarkt-muenster.de

Der Kanal zwischen Warendorfer und Wolbecker
Der Kanal zwischen Warendorfer und Wolbecker

Nummer zwei ist ebenfalls kein Geheimtipp: An sonnigen Sommertagen gibt es keinen besseren Ort zum Sitzen, Liegen, Sonnen, Grillen und auch Schwimmen als den Kanal. Besonders die Grünstreifen zwischen Warendorfer und Schillerstraße sind beliebt und sehr gemütlich. Und wenn es langsam Abend wird, kann man die paar Meter bis zum Hafen laufen, sich da hinsetzen und schauen, was so geht.

Ein Foto vom Autor des Textes mit zwei Hunden
Der Autor mit den Geschwistern Lilly und Lotti aus dem Tierheim

Nummer drei ist mir als Tierliebhaber über die Jahre ans Herz gewachsen: Das Tierheim an der Dingstiege in Münsters Nordosten. Täglich zwischen 12 und halb 4 gibt es hier die Möglichkeit, einen Hund für eine halbe Stunde auszuführen, was wir besonders bei Sonnenschein gerne und häufig gemacht haben. Besonders angefreundet hatten wir uns mit den Geschwistern Lilly und Lotti, die zum Glück mittlerweile vermittelt sind.

www.tierheim-muenster.de

Ein Foto von Fahrradfahrern und Fußgängern auf der Promenade
Die Promenade im Herbst

Nummer vier ist irgendwie selbstverständlich, für mich aber ein wichtiger Teil der Lebensqualität in Münster: das Fahrradfahren. Praktisch für fast alle innerstädtischen Fahrten, nervig an windigen und regnerischen Tagen, wunderschön, wenn die Herbstsonne durch die Bäume der Promenade bricht. Mehr als ein Verkehrsmittel und für mich die schönste Art, Münster immer neu zu erkunden, selbst nach zehn Jahren.

Ein Foto des Schlußplatzes von oben
Die Höhenangst fotografiert mit: Der Blick vom höchsten Punkt des Riesenrades

Nummer fünf von fünf: Als ausgewiesener Kirmesmuffel habe ich einge Zeit gebraucht, um mich mit dem größten Jahrmarkt in Münsters Mitte anzufreunden. Aber eines Tages im Herbst, als wir nach einem Aasee-Spaziergang im Nieselregen über den Neon-beleuchteten Schloßplatz gingen, gebrannte Mandeln aßen und anschließend  vom Riesenrad aus die Lichter Münsters bewunderten, hatte ich auch mit dem Send meinen Frieden geschlossen.

www.muenster.de/stadt/send

Das ist also mein „Goodbye“ an die Stadt, die ich vorerst wohl nur noch auf Heimaturlaub erleben werde. Tschüss Münster – Du wirst auch ohne mich vielen Leuten Freude bereiten.

Irgendetwas sträflich missachtet? Völlig falsche Prioritäten? Was ist mit Preußen???
Wer meiner Wahl zustimmen oder aber energisch widersprechen möchte, darf gerne in den Kommentaren seine persönliche Top 5 hinterlassen und meine diskutieren!

Text und Fotos: Robert Ott

Ein Gedanke zu „Goodbye Münster

  1. Eine schöne Liste der ich gerne noch zwei Punkte hinzufüge:

    – Der Wochenmarkt am Samstag aus dem Domplatz
    – Wenn man mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf den Prinzipalmarkt einbiegt. (am schönsten wenn es dunkel ist und alles schön beleuchtet)

    Ich kenne das Gefühl Münster den Rücken zu kehren. Als geborener und aufgewachsener Münsteraner habe ich 14 Jahre in Hamburg gelebt. Aber das ist wie mit dem Fahrradfahren: Münsteraner verlernste nich…..

    Und so bin ich wieder zurückgekehrt 🙂

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