Vegan in Münster

„Vegan“ – auf dieses Wort trifft man heute an vielen Stellen.  Vegan ist hip, gesund, im Trend, sagen viele soziale und konventionelle Medien. Gleichzeitig gibt es Warnungen vor Mangelernährung und Extremismus-Vorwürfe. Was also bedeutet es, wenn jemand sagt: „Ich bin vegan“?

Ein Schild eines Bistros, das ein veganes Angebot hat

Die Definition ist einfach genug: Veganismus bedeutet den Verzicht auf alle tierischen Produkte. Eine vegane Ernährung beinhaltet kein Fleisch oder Fisch, keine Eier, keine (tierische) Milch und Milchprodukte, also auch keinen Käse, keinen Joghurt etc. – aber auch zum Beispiel keine Gelatine, die aus Tierknochen gewonnen wird.

Lange als mangelhaft und gefährlich deklariert, ist vegane Ernährung heute weit verbreitet und, bewusst praktiziert, als vollwertig akzeptiert. Zum Trend wurde vegane Ernährung in den letzten Jahren auch durch die gesundheitlichen Vorteile: Viel Obst und Gemüse, viele Vitamine und Ballaststoffe sowie wenig Cholesterin und gesättigte Fettsäuren bedeuten unter anderem geringere Risiken für Diabetes und Herzerkrankungen.

Ein veganes Produkt im Superbiomarkt

Menschen, die vegan leben, achten aber nicht nur auf ihre Ernährung, sondern kaufen auch keine Kleidung aus Wolle oder Schuhe aus Leder – denn die Entscheidung für ein veganes Leben wird in den meisten Fällen aus moralischen Gründen getroffen. Dieser tierfreundliche Standpunkt will gegen die massenhafte Haltung und Ausbeutung von so genannten Nutztieren protestieren. Dass viele Legehennen ein kurzes Leben an der Grenze zur Tierquälerei führen, ist mittlerweile Allgemeinwissen; aber auch Milchkühe haben nach ca. sechs Jahren ihre produktivste Phase hinter sich und werden geschlachtet. Nähere Informationen zu den ethischen Hintergründen von Veganismus finden sich beispielsweise auf der entsprechenden Wikipedia-Seite oder auf der Webseite der Veganen Gesellschaft Deutschland e.V.

In Münster gibt es seit etlichen Jahren eine relativ große und aktive vegane Community. Seit 2001 gibt es das Kollektiv „Roots of Compassion“, das einen Internet-Versandhandel für vegane Lebensmittel, Kleidung, Literatur und vieles mehr betreibt und in der Friedensstraße einen Vegan-Laden eröffnet hat.

Der Eingang zum Veganladen Münster

Einen umfassenden und aktuellen Überblick über vegane Angebote in Münster bietet der „Vegan Guide Münster“, der zuletzt 2013 erschien. Der Guide ist kostenlos und gedruckt oder als PDF erhältlich; zusätzlich sind alle Informationen auch im Internet verfügbar:

Ein beliebter Treffpunkt für das vegane Münster sind die beiden regelmäßigen Brunch-Termine: jeden zweiten Sonntag im Monat im Don Quijote nach dem Motto „Kostenlos + etwas mitbringen“, jeden dritten Sonntag im Monat im Spec-Ops für 5 Euro „all you can eat“.

Vegan essen kann man in Münster an vielen Orten: Viele asiatische Restaurants bieten Tofu-Gerichte an, die vegan sind; beim Italiener kommen manche Pasta-Gerichte ohne tierische Inhaltsstoffe aus. Das Cafe Malik am Schlossplatz oder das Bistro Shadi an der Hammer Straße bieten seit Jahren speziell vegane Gerichte an, und seit 2013 hat Münster sogar sein erstes komplett veganes Restaurant: „Krawummel“ macht aus dem 100% pflanzlichen Angebot kein großes Aufheben – vielleicht, um potenzielle Gäste nicht zu verunsichern.

Vor Krawummel in der Ludgeristraße

Wie denkt Ihr über Veganismus? Könntet Ihr euch vorstellen, ein Leben ohne jegliche tierischen Produkte zu führen?

Text und Fotos: Robert Ott

3 Gedanken zu „Vegan in Münster

    1. gibt ja noch andere alternativen z.B. baumwolle oder hanf für schuhe. oder, wenn plastik, kunststoff etc, dann recycelt – alte reifen gibts genug 😉

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