Kunst für alle: Kunstakademie Münster lädt zum Rundgang 2015

Wenn es Anfang Februar voll wird in der Kunstakademie Münster, hat das mittlerweile Tradition. Seit Jahren  strömen bis zu 15.000 Menschen in die Gebäude am Leonardo Campus, um sich die Jahresausstellung der renommierten Akademie zu Gemüte zu führen. 2015 fällt der Startschuss am 04. Februar. Im Gespräch mit Martin Lehmann, dem Pressesprecher der Kunstakademie, habe ich mal hinter die Kulissen des Rundgangs geschaut.

Bis Sonntag präsentieren die Studierenden täglich die gelungensten Arbeiten des vergangenen Studienjahres. Zwischen Malerei und Bildhauerei über Grafik und Videokunst bis hin zu Fotografie und Performance erwartet Besucher das ganze Spektrum künstlerischer Ausdrucksformen.

Klasse von Prof. Michael van Ofen während des Rundgangs 2014 (Foto: Holger Krischke / Kunstakademie Münster)
Klasse von Prof. Michael van Ofen während des Rundgangs 2014 (Foto: Holger Krischke / Kunstakademie Münster)

Der große Facettenreichtum gehöre zum Wesen des Rundgangs, sagt Lehmann: „Der Rundgang darf nicht verwechselt werden mit einer Leistungsschau, die Sammler und Galeristen anlocken soll. Es ist ein Querschnitt durch das, was hier passiert.“ Für ihn persönlich sei es immer wieder überraschend, welch einen gewaltigen Ausstoß die verhältnismäßig kleine Hochschule mit ihren rund 350 Studierenden habe.

Dem Betrachter soll eine vorurteilsfreie Begegnung mit den Werken möglich sein. Bewusst nennen die Beschriftungen der Ausstellungsstücke nicht, in welchem Fachsemester sich ihre Erschaffer befinden. Schließlich ist die Bandbreite der Aussteller groß: Unter ihnen findet sich alles vom Drittsemester bis zum Meisterschüler. Studierende der ersten beiden Semester genießen eine Art Welpenschutz und stellen noch nicht aus.

Die Klasse von Prof. Klaus Merkel während des Rundgangs 2014 (Foto: Holger Krischke / Kunstakademie Münster)
Die Klasse von Prof. Klaus Merkel während des Rundgangs 2014 (Foto: Holger Krischke / Kunstakademie Münster)

Erneut organisieren die Studierenden eifrig mit. Eine studentische Jury kuratierte die freien Flächen außerhalb der Klassen, um die man sich im Vorfeld bewerben musste. Zum zweiten Mal nach 2014 bettet die Akademie den Rundgang auf diese Weise noch tiefer in den didaktischen Prozess ein. „Die Kommunikation zwischen den Klassen ist noch intensiver als in den Vorjahren“, berichtet Lehmann.

Aber auch die Ausstellung habe sich verändert, sagt er: „Von vielen Besuchern wurde die Auswahl der Positionen im letzten Jahr als heterogener empfunden, andere waren irritiert, weil es im Foyer, anders als sonst, keine permanente Ausstellung, sondern temporäre Performances gab.“

Foto: Sujin Seo / Kunstakademie Münster
Foto: Sujin Seo / Kunstakademie Münster

Einzelheiten zum Programm behält das Orga-Team bis zum Eröffnungstag für sich.  Lediglich einige Appetithappen gab es preis: Das übergeordnete  Thema für die freien Flächen lautet in diesem Jahr „Zustand“. Erneut dient das Foyer als Kulisse für Aktionen und Performances, hinzu gesellt sich eine bunte Mischung aus Malerei, Skulptur, Installationen und Filmvorführungen an den unterschiedlichsten Schauplätzen.

Für Lehmann gehört die Geheimhaltung aber dazu: „Der Rundgang ist immer wieder überraschend, weil sich die Klassen in jedem Jahr etwas Neues einfallen lassen.“ Das hat offenbar auch Tradition.

Weitere Informationen zum Rundgang 2015 bietet die Webseite der Kunstakademie Münster.

Termin: 04.-08.02. MS – Kunstakademie, Mi. 19.00 Uhr, Do. – So. 10.00 – 20.00 Uhr.

In Münster gibt es an vielen Stellen Kunstwerke zu sehen, den alle zehn Jahre  stattfindenden Skultur.Projekten sei Dank. Welches ist Euch besonders ans Herz gewachsen?

Text: Benedikt Niederschmid

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